Ohr-Akupunktur

Die Ohrakupunktur beruht auf der Vorstellung, dass alle Organe und Zonen mit bestimmten Stellen der Ohrmuschel korrespondieren. Dabei lässt sich der gesamte menschliche Körper auf die Ohrmuschel projizieren, vergleichbar dem Bild eines auf dem Kopf stehenden Embryos im Mutterleib: Das Ohrläppchen repräsentiert den Kopf, die Ohrmuschel stellt Wirbelsäule und Extremitäten dar und nahe dem Gehörgang liegen die inneren Organe.

Die Ohrmuschel als Landkarte des Körpers

Das Ohr ist von zahlreichen Nervenbahnen durchzogen, die bis zum Rückenmark laufen. Reizt man die Punkte auf der Ohrmuschel, läuft dieser Impuls über den kurzen Weg des Rückenmarks und weitere Schaltstellen direkt zum Gehirn bzw. zu den gekoppelten Organbereichen.

Die Behandlung des Ohrs

Die Behandlung erfolgt in der Regel beim Rechtshänder über das linke Ohr, beim Linkshänder über das rechte Ohr. Treten Beschwerden nur einseitig auf, z.B. rechtsseitige Knieschmerzen, werden nur Punkte im rechten Ohr ausgewählt. Die Nadelung kann in sitzender oder liegender Position vorgenommen werden; der Patient braucht sich für die Behandlung nicht zu entkleiden.

Dauernadeln zur Raucherentwöhnung

Die Nadeln verbleiben etwa 15-20 Minuten in der Ohrmuschel. Meistens sind mehrere Sitzungen erforderlich, in denen in der Regel bis zu vier Nadeln benutzt werden. Im Rahmen der Suchtbehandlung, z.B. bei der Raucherentwöhnung, benutze ich Pflaster mit Pflanzensamen, die für mehrere Tage an bestimmten Ohrpunkten bleiben, um einen permanenten Reiz auszuüben.

Anwendungsgebiete

Im Rahmen der Schmerz- und Suchttherapie kann die Ohrakupunktur erfolgreich eingesetzt werden. Zu den Hauptanwendungsgebieten zählen:

Erkrankungen des Bewegungsapparates, z.B. Wirbelsäulenleiden, Gelenkbeschwerden, Neuralgien, Phantomschmerzen, Rheuma

Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen, z.B. Schwindel und Ohrgeräusche

Kopfschmerzen und Migräne

Magen-Darm-Erkrankungen, z.B. Gastritis, Reizdarm, Verstopfung

Erkrankungen der Atemwege, z.B. Heuschnupfen, Nasennebenhöhlen-entzündung, Bronchitis, Asthma bronchiale

Psychosomatische Störungen, z.B. depressive Verstimmung, Erschöpfungszustände, Schlafstörungen

Gynäkologische und urologische Erkrankungen, z.B. Menstruations-beschwerden, Reizblase

Hautkrankheiten, z.B. Allergien, Neurodermitis, Juckreiz

die unterstützende Behandlung bei Nikotin- und Eßsucht


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Update: 1. Januar 2009