Aderlaß

Der Aderlaß als das klassische "blutentziehende Verfahren" gehört zu den uralten Therapien aller Kulturen. Er wird heute wieder zunehmend im Rahmen der Humoralmedizin in einigen Kliniken und Praxen, oft auch als Notfalltherapie angewandt, obwohl diese Therapie wissenschaftlich nicht anerkannt ist..

 

Wirkungsweise des Aderlasses:

verdünnt das Blut und verbessert dadurch seine Fließeigenschaft

reinigt das Blut von schlechten Säften (antidyskratische Wirkung)

entstaut und entgiftet das Gewebe (antiphlogistische Wirkung)

 

Zahlreiche Krankheiten werden von der Fließeigenschaft des Blutes entscheidend beeinflußt. Das abgelassene Blut wird durch Rückresorption von Flüssigkeit aus dem Gewebe sofort ersetzt, wodurch ein Verdünnungseffekt in der Endstrombahn entsteht. Dadurch kommt es zu einer Verbesserung der Mikrozirkulation. Trotz des Verlustes an Sauerstoffträgern steigt nach einem Aderlaß die O2-Versorgung im Gewebe. Der gesammte Stoffwechsel kann durch einen Aderlass angeregt werden.

 

Indikationen

Bei erhöhtem Hämatokritwert (feste Blutbestandteile) über 40 Vol-% und ein Hämoglobinwert (Hb=roter Blutfarbstoff) über 14,5 mg%.

Stofwechselerkrankungen, wie Gicht, Fettsucht, Hyperurikämie, Diabetes mel., erhöhte Blutfettwerte.

Herz-Kreislauferkrankungen, Lungenerkrankungen und cerebrale Durchblutungstörungen.

Alle Erkrankungen mit venösen Stauungen. Hier kann auch ein lokaler Aderlaß durchgeführt werden.

Klimakterische Beschwerden, chronische Hauterkrankungen, u.v.m.

 

Durchführung

Nach der Hl. Hildegard von Bingen ist die optimale Zeit eines Aderlasses bei abnehmenden Mond, das heißt, 1 bis 6 Tage nach Vollmond. Bei akuten Stauungszuständen kann allerdings darauf keine Rücksicht genommen werden. Das Blut wird in der Regel aus einer Armvene entnommen und durch einen Kanülenschlauch in ein graduiertes Gefäß abgelassen. Die Menge des Blutes richtet sich nach dem jeweiligen Krankheitsfall. Meist sind es zwischen 50 und 150 ml.

 

Der Aderlass als Diagnose

Das abgelassene Blut ist für einen ganzheitlich arbeitenden Therapeuten ein wertvolles diagnostisches Mittel. Nach einigen Stunden kann man an der Farbe und der Konsistenz des Blutkuchens und des Serums Rückschlüsse auf gesundheitliche Probleme des Patienten ziehen.


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Update: 1. Januar 2009